(German Version below)

SPACE_bottomless

Space is starting to move, it changes to a space of streams and needs to be rethought.

The actual works of Gabriele Walter are researching the invisible and untouchable information spaces of the World Wide Web, created of endless chains of 0 and 1.

The internet is the first global net, that is able to include all other cultural nets, as it might appear.

After the first dream of an democratic, inclusive and individualistic medium, already since a while a major change of it has begun. This change of the internet even seems to attack democracy at his heart. Has the slow mutation from the self-determined human, as the promise of the first days has tempted, to an external controlled human already started?

Filter bubbles are created, by webpages that are trying to predict with algorithms, which content the user would like to see. Based on tracking information of the user, only content will be proposed, that fits to what she/he believes. New ideas, themes, important information are going to be hidden and the impression is getting created, only those things exists, that fit to the self interest of the user. The danger is, that the civil discourse is getting undermined and that people are getting opened to propaganda and manipulation.

Internet has started to become an ideological medium, as it embeds its users in many little combos and the tracking history is throwing an invisible net over our access to reality.

Nets are nets as they do not cover areas or fill spaces. They are standing out to the in-between, which is a non-net. Those spaces, which are not defined by the net itself, are decisive for the net.
The in-between is no bad place.
Open spaces that preserves diversity and allows tolerant discussions about values, needs to be saved in digital age. Art can make a valuable contribution to this.

The artist Gabriele Walter develops, within her translucent acrylic glass works, transmitted by paint and tapes, dematerialized, hybrid spaces, that appear like frozen stills, by mixing analog and digital techniques and creating with light a play with reality and virtuality. The collages of found traveled tapes, with their pictograms symbolizes the information streams of globalization.

 

___________________________________________________________________

RAUM_bodenlos

Der Raum gerät in Bewegung, wird zum Raum der Ströme und muss neu gedacht werden.

In ihren neuesten Arbeiten beschäftigt sich Gabriele Walter mit den unsichtbaren und unfassbaren Informations-Räumen des Internet, die durch Endlosketten von 0/1 Differenzen gebildet werden.
Das Internet ist das erste Globalnetz, dass alle anderen kulturellen Netze zu integrieren vermag, so scheint es.

Nach dem anfänglichen Traum von einem demokratischen, partizipativen und individualistischen Medium, findet schon länger ein großer Epochenwechsel statt. Nun scheint der Wandel des Netzes die Demokratie im Kern zu bedrohen. Hat die langsame Umformung vom selbstbestimmtem Ich, mit der uns die Utopie des Internet gelockt hat, zum fremdgesteuerten Wesen begonnen? Filterblasen entstehen, wenn Webseiten versuchen algorithmisch vorauszusagen, welche Informationen der Besucher auffinden möchte. Basierend auf Informationen über den User, wie Standort / Suchhistorie / Klickverhalten zeigen sie ihm nur Internetseiten an, die mit seinen Ansichten übereinstimmen und isolieren ihn somit intellektuell in einer Informationsblase. Neue Ideen, Themen und wichtige Informationen werden ausgeschlossen und es entsteht der Eindruck, dass nur Dinge existieren, die unser enges Selbstinteresse kennt. Die Gefahr besteht, dass dabei der zivile Diskurs untergraben wird und die Menschen anfälliger werden, für Propaganda und Manipulation.
Das Internet wird zu einem Weltanschauungsmedium, das seine User in lauter kleine Kosmen einspinnt und die persönliche Suchgeschichte wirft sich wie ein unsichtbares Netz über den Zugang zur Wirklichkeit. Es entstehen gesteuerte, fragmentierte Wahrnehmungen von Realitäten.

Netze sind Netze dadurch, dass sie gerade nicht Flächen decken oder Räume erfüllen, sondern sie heben sich von einem Dazwischen ab, das ein Nicht-Netz ist. Diese vom Netz selbst nicht­ definierten Zwischenräume und Leerstellen sind bestimmend für das Netz.
Im Dazwischen ist auch kein schlechter Ort.
Freiräume , die Vielfalt bewahren und tolerante Diskurse über Wertevorstellungen ermöglichen, gilt es auch im digitalen Zeitalter zu bewahren. Die Kunst kann dazu einen wertvollen Beitrag leisten.

Die Künstlerin entwickelt in ihren transluzenten Acrylglas-Arbeiten mit Farbe und Klebeband entmaterialisierte, hybride Räume, die wie eingefrorene Standbilder anmuten, indem sie analoge und digitale Techniken mixt und mit Licht ein Zusammenspiel des Realen mit dem Virtuellen kreiert. Die Collagen aus Klebebandfundstücken, mit ihren Zeichenfragmenten, versinnbildlichen dabei die Informationsströme der Globalisierung.
TAPESCAPES markieren Raum, bilden eigene Zonen, sperren ab, grenzen aus, verbarrikadieren, sind provisorisch. Aber sie können auch verbinden, zusammenfügen, beschützen und schaffen zusammen mit dem doppelseitigen Acrylglas, ein Spiel von Ein-, Aus- und Durchblicken.